• Das beste Anti Aging System

    ohne Nebeneffekte

  • Microneedling

    Faltenminderung

  • Stimulation des

    Immunsystems der Haut

  • ACS-Pen

    Die Funktion

  • Reduktion

    von Narben

  • Rekonstruktion

    der Epidermis

  • Reduktion von

    Striae

FAQ

Dem Kapitel der FAQs (Frequent Asked Questions – häufig gestellte Fragen) haben wir unsere besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Hier geht es nicht um das übliche stereotype Fabulieren von allgemeinen Fragen um das Microneedling, sondern um ihre präzise Beantwortung. (Zu vielen Begriffen und Fremdwörtern finden Sie im Internet detaillierte Antworten).

Die von uns gegebenen Antworten basieren auf 20-jähriger Erfahrung mit dem Microneedling. Darin eingebunden sind die Beobachtungen und gewonnenen Erkenntnisse vieler Ärzte, klinischer Einrichtungen und anderer Forschungsgebiete. In keinem Fall erheben sie den Anspruch auf Vollständigkeit, noch sind sie als Aufforderung therapeutischen Handels zu verstehen. Die Hinweise dienen nicht der Selbstdiagnose und ersetzen keine Arztdiagnose. Eine Haftung lehnen wir in jedem Fall ab.

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  • Physiologie des Microneedlings

    Physiologie des Microneedlings

    Unter Physiologie versteht man die Wissenschaft von den Funktionen und Abläufen im menschlichen Organismus.

    Das Microneedling kann man nur verstehen, wenn man das folgende Kapitel gelesen hat. Um zu verstehen, muss man lesen, muss man lernen – ein Leben lang. Und nichts ist spannender als das Leben selbst (Anmerkung des Verfassers).

    Der Weg zur Erkenntnis ist unendlich lang und mühsam. Unser heutiges Wissen um die Zellfunktionen und die Abläufe der Kommunikation zwischen ihnen sind noch lange nicht endgültig erforscht. Das Wissen der Menschheit kam auch nicht über Nacht, sondern basiert auf den Forschungen derer, die schon lange vor uns gelebt haben. So verhält es sich auch beim Microneedling und bei den Fragen: Was passiert in der Haut nach einer Verwundung? Wie und auf welchem Weg kommunizieren unsere Zellen? Wie entsteht der Wundverschluss? Wie bilden sich neue Zellen? Dabei sind die physiologischen Abläufe nach dem Microneedling für uns von besonderem Interesse.

    Ein Blick zurück: Wissenschaftler des 19. und 20 Jahrhunderts vermuteten, dass unsere Körperzellen mit Hilfe von chemischen und elektrischen Signalen miteinander kommunizieren. Diese Annahme galt es zu beweisen.

    Burr und Ravitz entdeckten das Phänomen, dass Salamander (aus der Familie der Lurche) nach dem Verlust eines Gliedmaßes (Bein oder Schwanz) dieses durch ein neues ersetzten. Sie stellten fest, dass die Wunde an der Amputationsstelle „elektrisch negativ“ geladen war. O. Becker, ein Arzt aus New York, beobachtete das gleiche Phänomen. Er hatte feinere Messmethoden und untersuchte die physiologischen Vorgänge nach dem Verlust eines Beines an einem Frosch. Nach der Amputation eines Beines passierte aber nichts! Der Frosch war nicht mehr in der Lage, das verlorene Glied zu ersetzen. Warum? Becker stellte fest, dass der Amputationsstumpf „positiv“ geladen war. Daraus folgerte er, dass Lurche und Frösche nicht zur gleichen Evolutionsstufe gehörten. Er legte eine negative Spannung an die Wunde des Frosches und siehe da: ein neues Bein wuchs nach.

    Seine Schlussfolgerungen: Der Wundverschluss und neue Zellen werden durch elektrische Signale und die Polarität der elektrischen Spannung gesteuert. Diese Art der Kommunikation nennt man „Elektrotaxis“.

    Der Leser wird sich nun fragen: Was hat diese Erkenntnis mit dem Microneedling zu tun? Eine ganze Menge! Lesen Sie weiter!

    Andere Forscher stellten fest, dass auch die menschliche Haut elektrische Spannungsfelder aufbaut. Mit feinen Messelektroden fanden sie heraus, dass die Oberfläche der Epidermis „negativ“ und das Hautinnere, die Zellzwischenräume der Dermis, „positiv“ geladen sind. Sie nannten dieses Phänomen: „The human Battery“ – die menschliche Batterie mit zwei Polen, Plus und Minus. Ihre elektrische Spannung kann man an allen Stellen des Körpers messen. Sie variiert von 0,10 bis 64 mV (Millivolt), im Durchschnitt: 23,4 mV. Elektrischer Strom ist nichts anderes als der Fluss von Elektronen oder „Ionen“, wie sie in der Zellbiologie genannt werden. Den elektrischen Komplex nennt man auch Epidermal Epidermales Elektrisches Potential (EEP).

    Um dies zu verstehen, hilft uns ein kleines Beispiel aus dem Alltag. Fast jeder hat ein portables Telefon (Handy). Und jeder weiß, dass seine Batterie (genauer gesagt Akku) nach dem Gebrauch mit einem Ladegerät wieder aufgeladen werden muss. Warum? Das Ladegerät schickt neue, negativ und positiv geladene Elektronen zu den Polen mit ihren Speicherplatten. Die unterschiedlich geladenen Elektronen liegen sich gegenüber und stehen in einer „Spannung“ zueinander.

    Jetzt fragt sich der schlaue Laie: Wie wird unsere Epidermis-Batterie wieder aufgeladen? Ganz einfach: Der Organismus erzeugt seine Ionen selbst. Unser Schweiß besteht aus Wasser und elektrisch geladenen Natrium- und Kalium-Ionen. Sie werden auf der Hautoberfläche verteilt und zirkulieren durch sogenannte Ionenkanäle durch die Epidermis. Dieser ständige Ionen-Strom erzeugt die gemessene elektrische Spannung.

    Die Handy-Akkus sind heute so flach, dass sie sich in ihrer Dicke der „Epidermis-Batterie“ (erst in vielen Jahren) angleichen. Werden die beiden Pole des Akkus mit einem „Verbraucher“ (z.B. eine LED oder den Chips im Handy) verbunden, fließt ein Strom durch sie und aktiviert den Verbraucher: die LED leuchtet - das Handy funkt. Geschieht jetzt das Unglück, dass sich der Besitzer auf sein Handy setzt, passiert folgendes: Die innere Isolationsschicht zwischen den Polplatten wird zerstört. Die beiden Pole (plus und minus) werden aufeinander gepresst und es entsteht ein Kurzschluss. Dieser kann so heftig sein, dass ein Brand entsteht.

    Und jetzt betrachten wir uns die Haut etwas genauer.

    Penetriert eine feine atraumatische (nicht verletzende) Nadel die Epidermis, bleibt ihre Integrität als solche erhalten. Nichts wird durchtrennt oder zerstört. Man kann sagen, dass die Hautzellen lediglich zur Seite geschoben werden. Aber: so klein der Stichkanal auch sein mag, jetzt kommt es auch in der „Epidermis-Batterie“ zu einem Kurzschluss.

    Bleiben wir an diesem Punkt kurz stehen und blicken wir eine Etage tiefer in die Dermis. In ihr zirkulieren in dem Stützwerk aus Collagenfasern Millionen von Zellen in einer wässrigen Flüssigkeit. Diesen Zellzwischenraum nennt man in der Medizin „Interstitium“. Die Zellflüssigkeit ist leicht salzig, also säuerlich, ähnlich wie das Meerwasser, und positiv geladen. Die säuerliche Eigenschaft erleichtert den Transport von elektrischen Signalen.

    Schauen wir uns eine Zelle, z. B. einen Fibroblasten, genauer an. (Sie sind die Lieferanten für neue Collagenfasern). Alle Zellen sind von einer Membran (wie von einem Luftballon) umgeben. Sie „isoliert“ auch das negativ geladene elektrische Potential im Innern der Zelle gegenüber dem Interstitium. (Seine Energie bezieht jede Zelle aus ihrem eigenen Kraftwerk, Mitochondrium genannt). Die Spannung in einer Zelle beträgt rund minus 70-90mV (Jaffe et. al). Im Ruhezustand nennt man den elektrischen Komplex einer Zelle auch Electrical Resting Potetential (ERP) = Elektrisches Ruhe Potential.

    Die Aktivität jeder Körperzelle ist genetisch festgelegt. Um ihre Aktivität zu ändern benötigt sie einen äußeren (epigenetischen) Einfluss.

    Beim Microneedling passiert folgendes: Durch das Eindringen der Nadeln in die Epidermis entsteht ein Kurzschluss. Ihr Potential (EEP) bricht zusammen. Das elektrische Ruhepotential jeder Hautzelle teilt sich mit dem Epidermispotential den gemeinsamen Pluspol (Interstitium). Beide Potentiale verbindet im Ruhezustand ein (Potential-) Gleichgewicht.

    Die Hautzelle registriert (beim Einstich) den Zusammenbruch der epidermalen Batterie. Es entsteht ein (Potential-) Ungleichgewicht, das die Zelle in jedem Fall wieder herstellen will (muss). Dazu benötigt sie zusätzliche elektrische Energie. Diesen Energiezuwachs erzeugt sie selbst. Ihre Membran wird plötzlich durchlässig (permeabel). Dabei öffnen sich in der Membranwand Kanäle durch die in schneller Reihenfolge und innerhalb von Millisekunden Kalium- und Natrium-Ionen ausgetauscht werden. Die Zelle pumpt sich sozusagen elektrisch auf, bis etwa -140 mV erreicht sind. Diese erhöhte elektrische Spannung erzeugt ein erweitertes (erhöhtes) elektromagnetisches Feld. (Praktisch gesehen kann man das mit einem Sender vergleichen, der plötzlich seine Leistung und damit Reichweite erhöht). Es ist ein aktives elektrisches Potential entstanden (AEP). Dieses reicht aus, um die Genschalter zum Befehl der Zellteilung umzulegen. Diesen Vorgang nennt man Genexpression.

    Stammzellen beginnen sich zu teilen, neue Zellen entstehen und differenzieren (verwandeln) sich zu „spezialisierten“ Zellen, wie z.B. zu Keratinozyten, Melanozyten, Fibroblasten, etc. Keratinozyten wandern zum (vermeintlichen) Verletzungspunkt und verschließen ihn (unter normalen Verletzungs-Umständen). Da es aber durch die Mikronadel zu keiner „echten“ Verletzung kam, sind die neuen Zellen im Grunde überflüssig. Der Epidermis sind die neuen Zellen aber willkommen. Die Neulinge integrieren sich in den bestehenden Zellverband und verstärken ihn. Die Epidermis wird dicker!* In der oberen Dermis bilden sich neue und zusätzliche Collagenstrukturen, wie dies von dem Plastischen Chirurgen Martin Schwarz beobachtet wurde.

    Damit ist erklärt und wissenschaftlich bewiesen, dass die Haut vom Microneedling profitiert.

    *Skin Cell Proliferation Stimulated by Microneedles, Horst Liebl, Luther C. Kloth, PT, MS, FAPTA, CWS, FACCWSb, Department of Physical Therapy, Marquette University, P.O. Box 1881, Milwaukee, WI 53201-1881, USA, 2013 Elsevier.

  • Kosmetika und Microneedling

    Das Wort KOSMETIKA leitet sich von dem altgriechischen Wort "cosmein" ab. Es bedeutet zu deutsch: schmücken oder dekorieren. Schmuck und Dekoration können also nur äußerlich sein. Auch die Europäische Kosmetik-Richtlinie unterstreicht, dass Kosmetika nur äußerlich angewendet werden dürfen. Wäre ihre Zweckbestimmung, dass sie in den Metabolismus eingreifen können, würden sie automatisch zu pharmazeutischen Mitteln (Medikamenten), die sehr strengen Prüf- und Zulassungskriterien unterliegen.

    Für den Laien mag es unverständlich erscheinen, doch der "Spielplatz", oder das "Schlachtfeld", wenn man es so bezeichnen will, aller Kosmetikhersteller ist die oberste Hautschicht, das sogenannte Stratum Corneum. Obwohl diese Schicht, die gerade einmal ein Hundertstel Millimeter (0,01 mm) dick ist, ähnlich wie eine dünne Lebensmittelfolie, kann man sie als äußerst effizientes  Bollwerk oder Barriere gegen alle Eindringlinge (z. B. Viren, Bakterien und natürlich auch Kosmetika) bezeichnen. In einer sehr umfangreichen Studie hat die Universität Marburg schon im Jahr 2000 nachgewiesen, dass höchstens 0,03% der aufgetragenen Cremes diese Schutzmauer innerhalb von 24 Stunden durchdringen kann. Vergleicht man diesen Prozentsatz mit den in Kosmetika sehr gering dosierten Wirkstoffen dieser dekorativen Elemente, so ist der in den Metabolismus penetrierte Anteil zu vernachlässigen. (Der überwiegende Inhalt von Kosmetika besteht aus Wasser (> 97%) oder Fetten).

    Werbung gehört zu jedem Geschäft. Da sich mit Kosmetika nun einmal sehr viel Geld verdienen lässt, beschäftigen die Hersteller natürlich auch eine Heerschar von Textern und Fotografen. (Der überwiegende Teil der Fernsehwerbung kommt aus der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie). Wir Menschen neigen nun einmal zum "Glauben" an Märchen, schöne Geschichten und die Versprechungen wie "ewiger Jugend und Schönheit". Dagegen ist auch nichts einzuwenden - jedem das seine.

    Gefährlich wird es erst, wenn Anwender von Geräten für das Microneedling glauben, dass sich die "versprochene Schönheit und Wirksamkeit" noch wesentlich steigern lässt, wenn man Kosmetika durch die Stichkanäle in tiefere Hautschichten, also unter das Stratum Corneum, einschleust.

    Die heute am weitesten verbreitete Akne ist die sogenannte acne cosmetica. Sie ist überwiegend auf den Gebrauch des "zu viel" zurückzuführen. Werden jetzt noch die dekorativen Stoffe in die Haut eingeschleust, kann dies zu einem gefährlichen Bumerang werden. Allergische Reaktion bis hin zum Schock können sich einstellen.

    Um es noch einmal deutlich zu unterstreichen: Microneedling ist eine "eigenständige Behandlung" ("Stand alone procedure"), die zu ihrer Wirksamkeit keinerlei Zusatzstoffe bedarf. Unter diesen Begriff fallen auch sogenannte Kombi-Behandlungen wie: Microneedling plus Peeling, Microneedling plus HF,  Microneedling plus Laser, etc.

    Wie bereits darauf hingewiesen, neue Collagen- und Gefäßformationen (Neo-Collagenese und Neo-Angiogenese) brauchen ein wenig Zeit, um sich neu zu formieren. In diesem Fall dauern Wunder etwas länger!

  • Haarausfall und Microneedling?

    Hilft Microneedling bei Haarausfall?

    NEIN !

    Es gibt viele Formen und Ursachen für Haarausfall. Viele können krankheitsbeding oder durch äußere Einflüsse permanent oder vorübergehend (z.B. Chemotherapie) sein.

    Die bei weiten bekannteste Form des Haarausfalls ist der männliche, der sogenannte androgenetische Haarausfall. Er ist erblich bedingt und derzeit nicht behandelbar.

    Es ist bedauerlich, dass unzählige Anbieter ihre Wundertinkturen oder gerätegestützte Behandlungen (Laser, LED, etc.) anpreisen und die Betroffenen darauf reinfallen. Natürlich greifen die (meist jungen) Betroffenen nach jedem "Strohalm", von der Transplantation bis hin zu sogenannten "klinisch" erprobten Tinkturen und Schampoos.

    Um es nochmal zu betonen: Microneedling läßt keine Haare (besonders Kopfhaare) wachsen. Wer das Gegenteil behauptet lügt!

  • Neue Collagenformationen durch Microneedling?

    Im Jahr 2005 konnte Dr. Martin Schwarz, Facharzt für plastische Chirugie in Freiburg, in einer "Doppelt-Blindstudie" den Aufbau neuer Collagenstrukturen nach dem Microneedling nachweisen. Die Zunahme dieser neuen Strukturen betrug im Mittel 206%. (Bei 20 Biopsien konnte nur an einer keine Reaktion auf das Microneedling festgestellt werden, das sind 5%). Interessanterweise deckt sich diese Collagenzunahme mit den Untersuchungen im Gensequenzer, die jedoch erst fünf Jahre später durchgeführt wurden. Ebenso interessant ist, dass die Probanten vor der Biopsieentnahme zwar mit 1,5 mm langen Nadeln behandelt wurden, die neuen Collagenformationen vom Typ III sich nur bis in eine Tiefe von 0,5 bis 0,6 mm unterhalb der epidermalen Basalmembran gebildet hatten (Neo-Collagenese). Damit war der erste Nachweis erbracht, dass Nadellängen von mehr als 0,5 mm obsolet sind. Bestätigt wurde diese Beobachtung durch den konsequenten Einsatz von neuen Geräten, die wir seit 2017 ausschließlich in Frankreich vertreiben. Diese haben eine fest eingestellte Nadellänge von 0,5 mm und erzielen trotzdem die gleiche Dicke an neuen Collagenschichten wie oben beschrieben. (Dass sich neue Collagenstrukturen von unten nach oben bilden, war schlicht eine Fehlinterpretation der Histologien).

    Das Microneedling verbessert ebenso die Blut-, Nähr- und Sauerstoffversorgung der Dermis.

    Kapillaren sind kleinste Blutgefäße die in der Dermis dicht unter der Basalmembran der Epidermis enden. Sie sorgen für den Austausch von Sauerstoff und Nährstoffen. Kapillaren sind nur indirekt mit den Blutgefäßen (Adern) verbunden. Werden sie verletzt, sorgt eine Membran dafür, dass sie sich entleeren, aber kein weiteres Blut nachfließen kann. Kommen Kapillaren direkt oder indirekt mit Mikronadeln in Berührung, reagiert ihre Innenauskleidung, das Endothel, mit der Aussprossung neuer Kapillaräste. Dies resultiert in einer vermehrten Blutversorgung. Sichtbar wird diese "verbesserte Durchblutung", dass die Haut wieder rosiger, frischer und somit "jünger" erscheint. Der Fachbegriff für die verbesserte Blutversorgung nennt sich: Neo-Angiogenese. Die Zunahme neuer Collagenformationen nennt sich Neo-Collagenese.

    Neo-Angiogenese bei Narben

    Nach dem enzymatischen Um- und Abbau von Narben, besonders von eingesunkenen Aknenarben, wird das Narbenbett dünner und letztendlich von den Nadeln perforiert. Jetzt können Collagenfasern vom Typ III und neue Kapillaren in das "alte Narbenbett" einsprossen und es ausfüllen. Ähnlich verhält es sich bei abgebauten hypertrophen Narben.

  • Pigmentstörungen und Microneedling?

    Unter Pigmentstörungen versteht man eine ungleichmäßige Verteilung des Melanin (Farbstoff der Haut). Es wird in der Basalschicht der Epidermis ununterbrochen von Melanozyten produziert. Ist die Verteilung der Pigmente gestört, kommt es zu punktförmigen bis zu großflächigen Einlagerungen.

    Unsere Erfahrungen zur Behandlung von Pigmentstörungen mit dem Microneedling basieren auf drei unterschiedlichen Arten von Pigmentstörungen:

    a) Melasma, auch unter den Synonymen Chloasma und Schwangerschaftsflecken bekannt, sie sind hauptsächlich auf Hormonstörungen zurückzuführen. In der Schwangerschaft sind sie meist vorübergehend. Es wurde schon vor 10 Jahren auf den Philippinen in einer umfangreichen Studie die Erfolgsaussichten in einem Vergleich zwischen THC-Behandlung und Microneedling untersucht. Die Verbesserungen lagen in beiden Fällen bei etwa 40%. Der einzige Schutz gegen (behandeltes) Melasma sind sehr gute Sonnenschutzmittel. Wird die Haut nach den Behandlungen wieder dem UV-Licht ausgesetzt, kehren die Pigmentstörungen zurück. (Auch die in Asien so beliebten Neonröhren emittieren UVA. Im Haus wird üblicherweise kein Sonnenschutz getragen und die Betroffenen wunderten sich, dass sie erneut Pigmentveränderungen feststellten ).

    b) Vitiligo (auch Weißfleckenkrankheit genannt)

    Vitiligo ist eine genetisch bedingte Auto-Immunkrankheit. Die Behandlungsmöglichkeit mit dem Microneedling wurde intensiv am Inselhospital in Bern /Schweiz und in Zusammenarbeit mit der Internationalen Vitiligo Foundation geprüft. Die Erfolge waren leider negativ.

    c) Pigmentstörungen nach entzündlichen Vorgängen

    Besonders an mitteldunkler Haut (z.B. in Indien) kann man in Narben, vornehmlich in Aknenarben, Pigmenteinlagerungen in Form von dunklen Punkten und Flecken beobachten. Diese Pigmentstörungen reagieren außergewöhnlich gut auf das Microneedling. In dem uns vorliegendem umfangreichen Bildmaterial konnten Erfolgsquoten von 80 und mehr Prozent beobachtet werden. Dafür waren 2 bis 3 Behandlungen im Abstand von 6 Wochen notwendig.

  • Narben und Microneedling

    NARBEN

    Narben sind der sichtbare Abschluss eines natürlichen Heilungsprozesses. Sie sind keine Krankheit. Wie bereits dargelegt, entstehen Narben immer dann, wenn Verletzungen nach Unfall oder Operationen tiefer als 0,6 mm unterhalb der Hautoberfläche (Stratum Corneum = oberste Hautschicht) reichen.

    Grundsätzlich können zwei Narbentypen unterschieden werden: a) Hypotrophe Narben (auch atrophische oder eingesunkene Narben genannt) . b) Hypertrophe Narben (auch erhabene Narben genannt).

    Beide Narbentypen haben eines gemeinsam: Sie werden kleiner, verblassen mit der Zeit und nähern sich dem normalen Hautniveau an. Dieser Prozess kann viele Jahre dauern. Der Mediziner sieht in der Narbe den Abschluss seiner "gelungenen Operation" und misst ihr keine weitere Bedeutung mehr bei. Narben sind aus Sicht der Schulmedizin nicht weiter behandelbar und führen daher aus kosmetisch/ästhetischer Sicht eher ein Schattendasein. Die Frage nach einer weiteren Behandlungsoption wird meist mit einem Schulterzucken beantwortet. Im besten Fall wird eine spezielle Creme empfohlen. Ihre Wirkung (meist auf Basis von Zwiebelextrakten, ist sehr begrenzt, wenn überhaupt, ein wissenschaftlicher Nachweis in Form von Studien nach dem "Goldstandard" wurde nie erbracht.

    Auch wenn der Mediziner mit dem Narbenabschluss seiner operativen Arbeit zufrieden ist, können Narben, besonders wenn sie entstellend und für jedermann sichtbar sind, für den Betroffenen eine schwere seelische Belastung bedeuten. Ein guter plastischer Chirurg kann hier mit einer Korrektur in manchen Fällen helfen, die Narbe selbst kann auch er nicht wegzaubern.

    Grundsätzlich gilt für alle Narbenverbesserungen durch das Microneedling: Je früher die Behandlung mit dem ACS-PEN einsetzt, desto besser sind die Erfolgsaussichten. "Früher" heißt: 3 bis 4 Monate nach dem Abheilen der Narbe.

    Hypotrophe Narben

    Die häufigste Form dieses Typs entsteht nach dem Ausheilen entzündlicher Akne. Mindestens 30% aller Jugendlichen sind davon betroffenen. Der Grund für ihre Einsenkung liegt darin, dass die Entzündung ursprünglich bis zur darunterliegenden Muskulatur, bzw. bis auf die darüberliegende Faszie reichte. Diese hat eine ähnliche Collagenstruktur wie die Narbe und beide verbinden sich über Collagenstränge. Diese ziehen sich mit der Zeit zusammen und die Narbe sinkt unter das Hautniveau. (Orentreich hat früher eine Durchtrennung dieser Narbenstränge empfohlen, dabei aber in Kauf genommen, dass das feine Skalpell eine zusätzliche Narbe initiiert).

    Hypotrophe Narben, besonders Aknenarben, reagieren außerordentlich positiv auf das Microneedling. Nach Auswertung von umfangreichem Bildmaterial sind nach 2 bis 3 Behandlungen mit dem ACS-PEN Verbesserungen im Bereich von 60 bis 80% durchaus realistisch.

    Hypertrophe Narben*

    Dieser erhabene, oft sogar überschießende Narbentyp entsteht meist am Oberkörper. Also in der Körperregion, die ständig in Bewegung ist, sei es durch das permanente Atmen oder die Aktivität von Arm-, Rücken- oder Brustmuskulatur. Die Narbe "kommt nicht zur Ruhe". An ihren Rändern entstehen laufend feine Risse, d.h. kleine neue Narben, die zur Vergrößerung des Narbengewebes beiträgt. Hypertrophe Narben sind durch die starke Durchblutung anfangs oft feuerrot, verblassen aber mit der Zeit. Narben haben keine Epidermis, Haare oder Ausgänge von Fett- oder Schweißdrüsen. Im günstigsten Fall können erhabene Narben durch die sogenannte Kryotherapie beeinflusst werden. (Eindrucksvolle Ergebnisse in Verbindung mit dem Microneedling hat Igor Safonov in seinem Buch "The Scar Atlas" veröffentlicht. ( Zitat H. Liebl: "In meinen Augen ist Igor der beste "Narbenkorrigierer", den ich je getroffen habe" ).

    Verbrennungsnarben

    Sie sind eine Mischform aus beiden Narbentypen. Je nach Unfallgeschehen können sehr große Körperregionen davon betroffen sein. Verbrennungsnarben sind nicht nur extrem entstellend, sondern auch (meist ein Leben lang) sehr schmerzhaft. Die Schmerzen entstehen hauptsächlich an den Trennstellen zwischen vernarbten und gesunden Gewebe. Für ästhetisch/kosmetische Verbesserungen stößt hier das Microneedling an seine Grenzen. Trotzdem kann es in zweifacher Hinsicht hilfreich sein. Zum einen wird das Narbengewebe zum Abbau stimuliert, zum anderen wird die Mobilität an den Trennstellen verbessert. Beispiel: Verbrennungsnarbe am Hals. Über die Zeit werden sich die Collagenstränge der Narbe zusammenziehen. Jede Drehbewegung des Kopfes wird immer schmerzhafter, seine Mobilität wird (zur Vermeidung von Schmerzen) eingeschränkt.

    Nadellänge und Behandlungsdauer für die Narbenbehandlung

    Auch hier gilt die Regel: "Weniger ist oft mehr". Im Klartext: die Nadellänge sollte 0,5 mm nicht überschreiten. Die Nadeln dienen nur als Stimulation für den natürlichen Abbauprozess durch die Aktivierung gewisser Enzyme. (Mehr dazu finden Sie in dem Kapitel 7. Physiologie...). Auch der enzymatische Narbenabbau benötigt Zeit. Damit sind mehrere Behandlungen unerlässlich, es können 2 oder auch wesentlich mehr Behandlungen erforderlich sein. (Auch eine Schnecke braucht Geduld, um die andere Straßenseite zu erreichen).

    *Keloide

    Hier handelt es sich um tumorähnlich wuchernde Narben. Ihre Behandlung ist äußerst schwierig, Rezidive sind nie ausgeschlossen. Nach den Erfahrungen von Igor Safonov sind sie im" abbauenden Stadium" dem Microneedling mit guten Ergebnissen zugänglich. In jedem Fall gehört die Behandlung von Keloiden in die Hände von erfahrenen Ärzten!

    Wie lange dauert der Abbau von Narben? Was bewirkt den Abbau?

    Ein Sprichwort sagt: "Die Zeit heilt alle Wunden". Dies trifft auch auf den Abbau von Narben zu. Es ist ein Fakt, dass Narben im Laufe der Zeit verblassen, kleiner und später kaum noch sichtbar sind. Wenn dem so ist, so erhebt sich die Frage, was veranlasst den Abbau der Narbe? Irgend etwas muss im Körper vorgehen, was wir (noch) nicht kennen.

    Auch in diesem Fall waren die Untersuchungen genadelter Haut im Gensequenzer mehr als hilfreich. Es stellte sich heraus, dass durch das Nadeln auch Gene ab- oder angeschaltet wurden, die für die Formierung bestimmter Enzyme verantwortlich sind. Sie gehören zur Gruppe der Matrix Metallo Proteinasen, kurz MMP. Diese Enzyme bestehen aus kleinen Eiweißketten, die andere (oft überflüssige) Eiweißformationen, wie wir sie in Narben finden, wieder abbauen. Das geschieht (über die Zeit) so lange, bis das genetisch festgelegte Muster der Hautformation (nahezu) wieder hergestellt ist.

    Hat der Abbau der Narbe ein gewisses Niveau erreicht, wird dieser durch sogenannte Inhibitoren gestoppt. Durch die Perforation des alten Narbengewebes migrieren neue Collagenstrukturen und Kapillaren ein und sorgen durch Neo-Collagenese und Neo-Angiogenese  für eine sichtbare Verbesserung der Narbe.

  • Falten und Microneedling

    Grundsätzlich gilt: Es sollte nur die Haut behandelt werden, die man allgemein als gesund bezeichnen kann. (Der Rat eines Fachmannes kann hier hilfreich sein). Wie bereits erwähnt: "Der ACS-PEN ist kein Wundergerät, kann aber wunderbare Ergebnisse erzielen", vor allen Dingen dann, wenn dem Kunden keine unrealistischen Erwartungen suggeriert werden.  Im Gegensatz zu allen epidermis-abtragenden Techniken wie Laser, Dermabrasion und Peeling, bleibt bei einer ACS-PEN-Behandlung die lebenswichtige Epidermis erhalten!

    FALTEN

    Falten sind keine Krankheit, sondern die sichtbare Form der Gewebeveränderung durch Alterung und Unwelteinflüsse (z.B. UV-Strahlung).

    Zur Erinnerung: ACS heißt: Advanced Cell Stimulation (Fortschrittliche Zell Stimulation). Dabei lösen die Mikronadeln in der Haut gewisse physiologische Reaktionen aus, die eine Zunahme der Zellformation zur Folge hat. (Diese Vorgänge sind in der Frage "Physiologie des Microneedlings?" detailliert beschrieben).

    Mimisch bedingte Falten um die Nase bis zu den Mundwinkeln und Stirnfalten werden durch die darunterliegende Muskulatur "geprägt". Eine Verbesserung dieser Falten (Glabella und Nasolabialfalten) durch das Microneedling liegt bei höchstens 10 bis 20%.

    Kleinere sichtbare Falten und Fältchen entstehen durch den altersbedingten Abbau von subdermalem Fettgewebe, Austrocknung und Abbau der Dermisstruktur, sowie durch die Abnahme der Epidermisdicke. Der wesentliche Faktor jedoch ist die Trennung von Dermis und Epidermis. Hierbei lösen sich die Verbindungscollagene VI und VII auf. Die einstmals glatte Hautoberfläche bricht ein. Diese Einbrüche bilden Falten.

    Falten an den Augenwinkeln bezeichnet der Volksmund auch als "Krähenfüße", sie werden aber auch positiv als "Lachfalten" toleriert. Als wesentlich nachteiliger werden die Falten über der Oberlippe und unter der Unterlippe angesehen. Sie signalisieren nicht nur dem oder der Betroffenen, sondern auch dem Gegenüber den Eindruck von "Alter". Selbst mit einem Lifting ist diesem Faltentyp (auch Plissee-Falten genannt) nicht beizukommen. In diesem Fall zeigt sich die Stärke des ACS-PENs. Mit vier bis sechs Behandlungen können hier signifikante Verbesserungen erreicht werden.

  • Unterschiede zwischen ACS-PEN und Tätowiergeräten

    ACS-PEN

    Bei dem ACS-PEN ist es zum ersten Mal technisch gelungen, die Drehbewegungen eines vertikal gelagerten Motors über ein geräuschloses und schmierstofffreies Getriebe in eine horizontale Drehbewegung umzuwandeln. Diese wird anschließend über einen Pleuel mit Kolben in eine Hubbewegung umgewandelt. Eine verstellbare Skala in Verbindung mit einer Schutzhülse garantieren absolut genaue Einstichtiefen. (Der ACS-PEN ist ein Präzisionsgerät, wie man es nur noch in der Uhrenindustrie findet).

    Der starke Elektromotor mit ca. 6 Watt arbeitet mit einer Frequenz von 120 Hz (Hubbewegungen / Sekunde). In Verbindung mit der linearen Anordnung der Nadeln und dem 10 mm breiten Nadelmodul* (LNM) gleitet der ACS-PEN sehr leise und nahezu vibrationsfrei über die Haut. Die Nadelanordnung ist so gewählt, dass bei nur einer horizontalen und vertikalen Bewegung über die Haut eine schonende maximale Anzahl von ca. 450 Mikro-Einstichen/cm2 nicht überschritten wird (siehe Gebrauchsanweisung IFU). Im Vergleich zu Nadelrollern ist eine ACS-PEN-Behandlung 5 Mal schneller. In den Händen eines Profi ist eine Gesichtsbehandlung in weniger als 10 Minuten abgeschlossen.

    *Die Nadelabstände beim Linearen Nadel Modul sind so gewählt, dass sie eine optimale Zellvermehrung stimulieren.

    Tätowiergeräte

    Aussehen, Arbeitsprinzip und das laute schnarrende Geräusch haben sich seit fast 100 Jahren nicht geändert - sie sind Kult. Eine bis zwei starke Magnetspulen bewegen eine schmale Metallleiste rauf und runter. An ihrem Ende ist ein langer Stößel mit dem Nadelträger angebracht, der die Nadeln in die Haut einsticht und wieder herauszieht.

    Tätowierer empfinden sich als "Künstler" und arbeiten, was Nadeltiefe und Farbintensität einer Stelle betrifft, "mit Auge und Gefühl - frei aus der Hand". Dabei penetrieren die Nadeln zwischen 1 und 2 oder mehr Millimeter in die Haut. Obwohl die Behandlung sehr schmerzhaft ist, sind Betäubungs-Cremes verpönt. Die am Ende des Stößels angelöteten Nadeln unterscheiden sich grob in 3 Kategorien: a) Einzelnadel, b) Nadelbündel* von 3 oder 5 Nadeln und c) Nadelfächer* mit etwa 10 nebeneinander liegenden Nadeln. Die Nadeln im Bündel oder Fächer müssen sehr eng beieinander liegen, damit durch die Kapillarwirkung die Tinte in den Zwischenräumen gehalten werden kann.

    Je stärker der gewünschte Farbkontrast, desto intensiver muss eine Hautstelle genadelt werden. Hautmazerierung, Schmerzen, Blut- und Lymphaustritt sind dabei unvermeidlich. Anschließend wie die Haut mit einer Folie okklusiv abgedeckt. Die Abheildauer beträgt rund 1 Woche (wenn sich keine Entzündung ausbreitet). Je nach Farbpigment muss zur "Auffrischung" nach einer gewissen Zeit die Prozedur wiederholt werden.

    Das Tätowieren ist heutzutage ein Hype und "fast" gesellschaftsfähig. Jeder Kunde muss wissen, was er sich damit antut, denn keiner kennt die Langzeitwirkungen. Fest steht aber heute schon, die Pigmente verweilen im Körper und können in den Lymphknoten und im Urin gefunden werden. Bei Leistungssportlern (z.B. Fußballer) konnte nachgewiesen werden, dass großflächige Tätowierungen eine signifikante Leistungseinbuße auslösen. Auch hier gilt die alte Weisheit: "Die Haut vergisst nicht" !

    *Tätowiernadeln in Bündel oder Fächerform stehen zu eng beieinander, verletzen die Haut und sind somit für das "Klassische Microneedling" (Dry Needling) ungeeignet.

    Pigmentiergeräte

    Sie sind stabförmig aufgebaut. Auf der Welle eines schnell rotierenden Elektromotors (ca. 9.000 Umdrehungen/Minute) ist eine schräg sitzende Scheibe angebracht. Bei jeder halben Umdrehung drückt sie einen federgelagerten Stößel nach unten. Bei der nächsten halben Umdrehung wird er Stößel durch Federkraft wieder nach oben zur Scheibe gedrückt. Dadurch entsteht bei jeder vollen Umdrehung eine Auf- und Abwärtsbewegung des Stößels. Dieser wiederum stößt eine kleine Stange im aufgesetzten Nadelmodul nach unten, und somit die Nadeln in die Haut. Metallfedern sorgen dafür, dass die Nadeln wieder aus der Haut gezogen werden.

    Pigmentiergeräte haben einen relativ schwachen Motor (ca. 1 Watt, oft weniger). Sie sind dafür ausgelegt, nur eine Nadel in die Haut zu stoßen, was für permanente Lippenkontour oder Augenbrauen völlig ausreichend ist.

    Pfiffige Pigmentiergeräte-Hersteller kamen nun auf die "schlaue Idee", das Gerät statt mit einer Nadel, mit einem Modul mit bis zu 30 Nadeln auszurüsten. Dabei haben sie leider die Physik außer acht gelassen:

    1. Der Motor ist viel zu schwach, um mehrere Nadeln gleichzeitig in die Haut eindringen zu lassen.

    2. Je mehr Nadeln auf einer Fläche verteilt sind, desto mehr Kraft wird benötigt. Viele Nadeln wirken wie ein Fakirbett.

    Die Folgen:

    a) Der Motor überhitzt, das Gerät wird unangenehm heiß und muss (oft im Kühlschrank) abgekühlt werden. In den meisten Fällen liegt die Lebensdauer des Motors nur bei wenigen Stunden.

    b) Aufgrund der geringen Motorkraft penetrieren die Nadeln nie mit der eingestellten Nadellänge.

    c) Die Massenfliehkräfte der Module steigen expotentiell an. Die Trägheitskräfte der Rückholfedern nehmen ebenso rapide zu und die Nadeln werden nicht mehr vollständig aus der Haut gezogen. Hautrisse werden dadurch unvermeidlich.

    FAZIT:

    Pigmentiergeräte (Derma-Pen, Derma-Stamper, etc.) eignen sich nicht besonders für das "Klassische Microneedling"!

  • Was ist Microneedling ?

    Microneedling ist das minimal invasive Eindringen von atraumatischen Mikronadeln durch die Hautoberfläche. Der runde Durchmesser der geschliffenen soliden Nadeln variiert, von der Spitze bis zur maximalen Eindringtiefe gesehen, von 0,002 bis 0,2 mm. Ihre Eindringtiefe variiert, je nach Zweckbestimmung des Geräteherstellers, von 0,2 bis 3,0 mm.

    Das Penetrieren einzelner oder mehrerer Nadeln durch die Hautoberfläche in die tiefer gelegene Dermis hat stets eine Verletzung zur Folge, auch wenn diese beim Microneedling als minimal eingestuft werden kann. Der Organismus reagiert auf jede Verletzung, auch wenn sie noch so klein sein mag, mit der Auslösung der Wundheilungskaskade: Entzündung - Regeneration - Ausreifung. Diese Reaktion ist unabhängig davon, ob die Haut nur "genadelt" werden soll (sogenanntes "Dry Needling") oder ob bei diesem Vorgang Wirkstoffe oder Farben (wie beim Tätowieren) in die tieferen Hautschichten eingeschleust werden sollen (sogenanntes "Wet Needling").

    Jede Art von Miconeedling (mit oder ohne Wirkstoffe oder Farbe) löst in der Basalschicht (Keimschicht der Epidermis) gewisse physiologische Vorgänge aus. Eine davon ist eine deutliche Zunahme von Keratinozyten (Hornplättchen)*. Diese führt letztendlich zu einer Verdickung der Epidermis. Besonders auffällig ist dieses Phänomen bei wiederholtem Nadeln (Tätowieren) der selben Hautstelle.

    *(Die Proliferation unterschiedlicher Zelltypen nach dem Microneedling konnte in Untersuchungen im Gensequenzer eindeutig nachgewiesen werden).

  • Nebenwirkungen des Microneedlings ?

    Die Verletzung der Haut durch das Microneedling (ohne Farbe und andere Wirkstoffe) hat keine bekannten Nebenwirkungen, vorausgesetzt, die Nadeln sind nicht länger als 0,5 mm. An der Berliner Charité wurde der Nachweis erbracht, dass sich die Einstichkanäle in der Epidermis spätestens nach 15 Minuten restlos geschlossen haben. Findet das Microneedling in einer sterilen Umgebung statt, ist das Risiko einer nachträglichen Entzündung so gut wie ausgeschlossen.

    Die Wissenschaftler Dunkin et al. haben zweifelsfrei nachgewiesen, dass Hautverletzungen, die nicht tiefer als 0,5 bis 0,6 mm in die Dermis reichen, narbenfrei verheilen. Der Wundverschluss wird durch den synthetisieren Collagentyp III gesteuert.

    Dieses Wissen ist für einen Tätowierer nicht relevant, denn seine Absicht ist das Einbringen von Farbe in die Haut. Je tiefer diese eindringt (bis zu 2 mm), desto länger hält das gewünschte Ergebnis. Auch die Zellen der Dermis werden ständig erneuert, wenn auch wesentlich langsamer als die der Epidermis. Interessant ist dabei die wissenschaftliche Untersuchung, dass sich beim Zellaustausch die Farbpigmente auch in den neuen Zellen ablagern.

    Farbe kann nur dann dauerhaft in die Haut eingelagert werden, wenn die Haut intensiv genadelt wird. Dabei kommt es zu mehreren 1000 Einstichen/cm2 und einer gewissen Mazerierung der Haut. Das erklärt auch die Blutungen während und Krustenbildung nach dem Tätowieren. Hautverletzungen, die tiefer als 0,6 mm reichen, beim Tätowieren oft bis auf oder in die Faszie der Muskulatur (1,5 bis 2,0 mm tief), werden maßgeblich vom Collagentyp I verschlossen. Dieser Typ lagert sich in Form von parallelen Proteinbündeln in die Haut ein. Es kommt zu einer Vernarbung der Dermis.

    Bei Leistungssportlern (wie z.B. Fußballer) führen großflächige Tätowierungen zu einer messbaren Leistungsminderung. Die Nebenwirkungen der eingebrachten Farbpigmente sind (vor allem in der Langzeit) unbekannt. Der Nachweis von Pigmentablagerungen in den Lymphknoten und im Urin deuten darauf hin, dass sie im Organismus auf sehr lange Zeit, wenn nicht für immer, verbleiben.

  • Ist das Microneedling schmerzhaft ?

     Diese Frage kann man nur differenziert beantworten.

    a) ACS-PEN zur Hautverbessrung:

    Hier handelt es sich um ein Präzisionsgerät mit einer exakt bestimmbaren Nadellänge. Es ist elektrisch angetrieben und arbeitet mit einer Stichfrequenz von 120 Hz (Stiche/Sekunde). Das Gerät wird senkrecht über die Haut geführt. Bei einer eingestellten Nadellänge von 0,5 mm penetrieren die Nadeln tatsächlich aber nur 0,3 bis 0,4 mm die Epidermis. Das erklärt sich durch die Flexibilität der Haut, die den Nadeln einen gewissen Widerstand entgegensetzen. Bei dieser Länge kommt es kaum zu einer Berührung der Nervenrezeptoren, die in der Dermis knapp unterhalb der Basalschicht enden. Tiefer liegende Kapillaren werden so gut wie nicht berührt und somit sind Blutungen so gut wie ausgeschlossen.

    Beim ACS-Microneedling mit 0,5 mm ist maximal ein leichtes Kribbeln zu spüren, von Schmerzen kann hier nicht die Rede sein. In keinem Fall ist eine Betäubung der Haut notwendig!

    b) Nadelroller

    Hier überbieten sich Anbieter im Internet mit Nadellängen bis zu 3,0 mm. Diese Nadellängen sind außerordentlich schmerzhaft und bedürfen einer Anästhesie der Haut. Dies erklärt sich aus der runden Anordnung der Nadeln. Sie stechen mit einem gewissen Winkel in die Haut (ca.20 bis 25°) und verlassen diese im gleichen Winkel. Dabei "durchpflügen" sie das Gewebe. Dies resultiert unweigerlich in Gewebs-, Gefäß- und Nervenrupturen. Die Folgen sind Schmerzen und intradermale Blutungen (Hämatome).

    c) Tätowiergeräte

    Tätowieren ist außerst schmerzhaft. Zum einen muss die Farbe sehr tief (>1,5 mm) eingestochen werden, zum anderen muss die Haut intensiv genadelt werden. Die meisten Kunden verzichten auf eine Betäubung der Haut. Sie sehen in dem schmerzhaften Vorgang eher eine Mutprobe und wollen den Freunden ihre heldenhafte Haltung demonstrieren. Sie beißen die Zähne zusammen und lassen das Martyrium stoisch über sich ergehen. - Jeder wie er kann!

    d) Betäubung.

    Eine Betäubung der Haut erreicht man mit sogenannten Anästehsie-Cremes (Emla® etc.). Ihre Einwirkdauer beträgt ca. 40 Minuten. Sie haben aber nur eine Schmerzminderung von 30 bis 40%, je nach "Schmerztyp". Bei Nadellängen über 1,5 mm ist eine Lokal- oder Vollanästhesie empfehlenswert.

  • Die richtige Nadellänge

    UM DIESEN PUNKT IST EIN SINNLOSER STREIT ENTSTANDEN.

    Betrachten wir die Gesichtshaut. Man teilt sie grob in 3 Schichten ein: Epidermis - Dermis - Subdermis. Sie ist rund 1,5 mm dick. Selbst ein adipöser Mensch hat keine dickere Dermis, höchstens ein dickeres subdermales Fettgewebe.

    Begonnen hat den Langnadel-Hype ein Chirurg aus Südafrika. Er und seine Gefolgstreuen schwören auf lange Nadeln. Sie vertreten die unsinnige Philosophie, dass die Haut "rigeros" genadelt werden muss - damit Blut fließt. Sie glauben, dass die im Blut transportieren "Wachstumsfaktoren" (TGF, etc.) die Hautverjüngung beschleunigen. Welch ein Irrtum!

    FAKTEN

    Das wahre "Schlachtfeld" der Schönheitsindustrie, vom Kosmetikhersteller bis zum plastischen Chirugen, ist die Epidermis. Sie ist unser äußeres Schutzschild, die Barriere gegen alle möglichen pathogene Endringline aus der Umgebung. Sie ist gerade einmal 0,12 bis 0,15 mm dick. (Ein menschlisches Haar ist rund 6x dicker). 0,15 mm entspricht der Stärke einer normalen Verpackungsfolie. Die Basis der Epidermis bildet die sogenannte Basalschicht, die sie durch eine darunterliegende Membrane von der Dermis trennt. Die Basalschicht könnte man auch den wahren "Jungbrunnen" der Haut bezeichnen.

    Mikronadeln setzen einen Verletzungsreiz (keine wirkliche Verletzung im klassischen Sinn). Die dadurch ausgelöste Reaktion wird auf elektrotaxischem Weg an die umgebenden Zellen weitergegeben. Stammzellen teilen sich und wandeln sich in differenzierte Zellen wie Melanozyten und Keratinozyten um. Da "keine Wunde zu versorgen ist" lagert sich dieser Zellüberschuss in die bestehende epidermale Struktur ein. Die Epidermis wird wieder dicker. Neue Collagenstrukturen bilden sich in der oberen Dermis, direkt unter der Basalmembran bis in eine Tiefe von ca. 0,6 mm. Neue Anker-Collagene vom Typ VI und VII verbinden wieder die Nahtstelle zwischen Dermis und Epidermis. All diese Vorgangänge konnten im Gensequenzer zweifelsfrei nachgewiesen werden. Beim Durchlauf wurden alle rund 23.000 Gene unbehandelter und genadelter Haut (mit 0,2 mm Nadeln) auf ihre Genexpression hin vergliechen. Fazit: 0,5 mm ist die Wahl !

    Den Mechanismus der Zell-Proliferation erklären wir in einem anschließenden Kapitel.